Anforderungen zur Prämierung und Durchführung

 

Die Bewertung der Timbrado muss in geeigneten Räumlichkeiten erfolgen. Als geeignet gilt eine Bewertungskabine, wie diese durch den Timbrado-Gesangskanarienverein und Interessengemeinschaft Deutschland e.V. verwendet wird, wünschenswerte Größe ca. 330 x 220 cm, 210 cm hoch.

Es kann auch in einem Raum der die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, bewertet werden. Es sollte keine Bewertung in großen, leeren Räumen erfolgen, da dort ein Echo bzw. Widerhall durch den Gesang der Vögel entstünde und damit eine gute Bewertung erschwert, ja verfälscht werden könnte. Auch in zu kleinen Räumen wird es Schwierigkeiten geben. Das Material der Wände sollte in keinem Fall aus reflektierenden Materialien, wie z.B. Fliesen bestehen und die im Raum befindlichen Gegenstände sind zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass auf eine richtige Raumakustik, ähnlich wie bei jeder anderen Musik, zu achten ist.

Züchter,  Liebhaber und Interessenten sollen die Möglichkeit haben, der Bewertung beizuwohnen. Dies wird am besten dadurch geregelt, dass in Kabinen bewertet wird, deren Rückseite hinter den Vögeln aus einer dunklen oder grünen Fliegengaze besteht. Dahinter, außerhalb der Kabine, können die Zuhörer dann dem Gesang der Vögel lauschen, während drinnen der Preisrichter den Gesang ungestört bewerten und anschließend erläutern kann. Das setzt natürlich sehr disziplinierte Zuhörer voraus, die solange lautlos verharren können, wie der Preisrichter die Bewertung nicht abgeschlossen hat.

Solche disziplinierten Zuhörer vorausgesetzt, sind dann auch “offene“ Räume für die Bewertung zugelassen, in denen Preisrichter und Publikum nicht voneinander getrennt sind und wo sich das Publikum entsprechend noch ruhiger verhalten muss, damit der Liedvortrag nicht gestört wird.

Es sollten alle Umstände vermieden werden, die bei den Vögeln Angstzustände oder Stress hervorrufen könnten. Außenfenster sind zu verhängen, durch die man von außen gestört werden könnte. Sonst würden die zu beurteilenden Vögel sofort verstummen und eine Zeit lang keinen Gesang vortragen. Dasselbe passiert bei Geräuschen von außen, die durch Maschinen oder auch Unterhaltungen nahe dem Ort der Bewertung hervorgerufen werden.

Ganz gleich, welche störenden Umstände bei der Bewertung auftreten, sie müssen sofort abgestellt und Ruhe und Ordnung wieder hergestellt werden. Der Wettbewerb sollte, bis sich die Situation normalisiert hat, nicht fortgeführt werden.

Wichtig ist auch, dass keine Scheiben oder Gläser reflektieren, die die  Vögel stören, insbesondere auch aus den Reihen von Züchtern und Liebhabern, die an der Bewertung teilnehmen dürfen.

Das Verhalten der an der Bewertung teilnehmenden Personen muss jederzeit vorschriftsmäßig sein. Stille ist zu bewahren und keine Kommentare abzugeben ist eine Verpflichtung. Weder die Qualität, noch die Dürftigkeit der zu beurteilenden Vögel darf beeinflusst werden. Es werden keine groben Bewegungen gebilligt, noch das Herausgehen aus dem Raum vor der gewährten Zeit.

Falls Störungen auftreten sollten, muss dies der Organisation des Wettbewerbes gemeldet werden, damit Maßnahmen ergriffen werden, die einen guten Verlauf des Wettbewerbes garantieren. Im Falle, dass das Verhalten anwesender Personen einen korrekten Verlauf des Wettbewerbes nicht gewährleistet,  muss der Veranstalter für Ruhe und Ordnung sorgen und gegebenenfalls Ruhestörer aus den Räumlichkeiten weisen. Die Ausstellungsleitung ist in dem Fall widerspruchslos berechtigt eingelieferte Vögel des Ruhestörers von der Preisverteilung und einer evtl. noch zu erfolgenden Bewertung auszuschließen, gezahlte Standgelder werden nicht erstattet.

Es werden nur Vögel zur Beurteilung zugelassen, die gesund sind, d.h. keine sichtbaren Krankheitssymptome aufweisen. Vögel, bei denen der Preisrichter im Zweifel ist, ob sie gesund sind, kann er disqualifizieren, ohne dass ein Einspruch zulässig ist.

Weiterhin werden sofort disqualifiziert:

Vögel, die einen unvorschriftsmäßigen oder mehr als einen Ring tragen.

Der Ringdurchmesser beträgt 3 mm.

Vögel, die durch ihr Aussehen vermuten lassen, dass sie mit Positur- oder  Farbrassen (Ausnahme sind Hauben ähnlich wie beim Gloster, nicht jedoch dessen Körperform) gekreuzt sind, etwa sichtbar verdrehte Federn auf dem Rücken und im Schwanz haben oder den „Rotfaktor“ im Gefieder aufweisen.

Vögel, die durch Ihren Gesang auf eine Kreuzung mit einem Harzer Roller oder mit einem Wasserschläger schließen lassen, was sich bei der „Aussprache“ und Länge von rollenden Touren (Variaciones rodadas) zeigt, d.h. Hauptmerkmale des Harzer-Roller-Gesanges sind zu hören oder Wassertouren,. die typisch für Wasserschläger sind.

Man darf aber nicht vergessen, dass der Timbrado-Gesang auch Wassertouren enthält, die jedoch anders als beim Wasserschläger klingen.

Vögel, die nicht singen oder bei denen erhebliche Liedteile fehlen, erhalten bei der Bewertung den Vermerk „nicht gesungen“ oder „nicht genügender oder nicht bewertbarer Liedvortrag“ (spanisch AFONIA). Das gleiche gilt, wenn eine Bewertung des Liedvortrages weniger  wie 70 Punkte betragen würde.

Die Käfige müssen den Vorschriften des DKB, bzw. der COM entsprechen und haben die gleichen Anforderungen wie bei den anderen Gesangskanarienrassen Harzer und Wasserschläger. Die COM-Einsatzbauer sind so aufzustellen, dass die Näpfe vom Preisrichter aus betrachtet nach rechts zu sehen sind.

Die Vögel können entweder vor einer Wand oder aber vor einer Fliegengaze zum Mithören durch die Zuschauer bewertet werden.

Die Wand hinter den Timbrados darf auch hell oder weiß sein. Dies erleichtert insbesondere die Bewertung von grünen Vögeln.

Die Temperatur im Bewertungsraum für die Timbrados soll möglichst 22 Grad, mindestens jedoch 20 Grad betragen.

Die Beleuchtung  sollte mit etwa 60 Watt in ausreichender Höhe über den Käfigen und leicht davor oder aber seitlich angebracht sein. Der oberste Käfig wird mit einem Brettchen oder Pappe abgedeckt.

Stämme bestehen aus 4 Vögeln die übereinander angeordnet werden.

Kollektionen von Einzelvögeln werden maximal mit 3 Vögel, ebenfalls übereinander angeordnet bewertet. Sollten die 3 zu bewerteten Einzelvögel zu sehr unterschiedlich, also aus verschiedenen Gesangsrichtungen sein, kann der Preisrichter diese während der Bewertung voneinander trennen, damit eine richtige Beurteilung des Gesangs der einzelnen Vögel überhaupt möglich wird.

Die Bewertungszeit beträgt 3o Minuten pro Kollektion (Kollektion = 1 Stamm oder 3 max. Einzelvögel), (laut COM-Richtlinien 20 Minuten).

In Spanien darf bis 20 Uhr bewertet werden, sowie im 20-Minuten-Takt,

die 20 Minuten sind unterteilt in jeweils ca. 10 Minuten zur Bewertung und 10 Minuten zum Schreiben der Prämierungsurkunden. Nachteil: viele Vögel singen daher bei diesen Wettbewerben nicht oder zeigen nicht ihr ganzes Repertoire. Jedoch nehmen die Vögel in Spanien an vielen Wettbewerben teil, manchmal sogar dreimal pro Woche, vielleicht gleicht dies einiges aus. Es ist halt wie ein „Spiel“ und auch eine andere Mentalität.

Wir sind der Meinung, dass zum Wohle des Timbrado – Liedvortrages und Lohn für den Züchter-Fleiß für die vielen Monate der Zucht und Aufzucht auch entsprechend die Zeit von 30 Minuten zur Gesangspräsentation angebracht ist.